Die Arbeitsgemeinschaft „Menschliche Gesundheit in der Umweltprüfung“ wurde 2008 auf Initiative des damaligen Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit (LIGA) NRW, Prof. Dr. R. Fehr, Dr. R. Welteke sowie Dr. J. Hartlik (UVP-Gesellschaft) gegründet und trifft sich seitdem regelmäßig.
Aktuell besteht die Arbeitsgemeinschaft aus rund 20 Mitgliedern aus Universitäten und Hochschulen, dem Europäischen Gesundheitszentrum der WHO, Landesbehörden, Ärztekammern sowie aus Gutachterbüros, Stadtplanungs-, Umwelt- und Gesundheitsämtern. Aufgrund der Vielzahl relevanter Themen können bei Bedarf temporäre themenspezifische Arbeitskreise eingerichtet werden.
Nach vielen Jahren engagierter AG-Leitung hat Reinhard Streckmann (Stadt Düsseldorf) seine Tätigkeit 2024 beendet. Die Leitung der Arbeitsgemeinschaft hat Prof. Dr. Sabine Baumgart (Bremen) übernommen. Aufgrund der Vielzahl relevanter Themen können bei Bedarf temporäre themenspezifische Arbeitskreise eingerichtet werden. Ein Info-Blatt mit Kurzinformationen zur AG ist hier verfügbar (Verlinkung einfügen).
Ziele, Haltung und fachlicher Hintergrund
Der Mensch zählt seit jeher zu den Schutzgütern der Umweltprüfungen. Seit der Novellierung des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) im Jahr 2005 ist die menschliche Gesundheit expliziter Bestandteil der Prüfungen. Das Baugesetzbuch fordert zudem die besondere Berücksichtigung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der kommunalen Planung.
Mit der Novellierung der UVP-Richtlinie 2014 ist darüber hinaus auch die Bevölkerung als eigenständiges Schutzgut in die Folgenabschätzung einzubeziehen. Der Leitfaden „Guidance on the preparation of the Environmental Impact Assessment Report“ der EU-Kommission (2017) betont insbesondere die Berücksichtigung gesundheitlicher Auswirkungen auf vulnerable Bevölkerungsgruppen. Diese Aspekte greift die Arbeitsgemeinschaft in ihren Leitlinien und Merkblättern gezielt auf.
Vor dem Hintergrund zahlreicher Initiativen auf kommunaler, Landes- und internationaler Ebene – etwa „Gesunde Städte“, WHO-Initiativen oder Masterpläne Umwelt und Gesundheit – verfolgt die AG das Ziel, die bislang vielfach fehlende Operationalisierung gesundheitlicher Aspekte in der räumlichen Planung fachlich fundiert weiterzuentwickeln.
Ziele und Produkte
Mit ihrer Arbeit möchte die Arbeitsgemeinschaft die gute fachliche Praxis der Umweltprüfung im Hinblick auf das Schutzgut Menschliche Gesundheit vorsorgeorientiert und praxisnah unterstützen. Zentrale Ziele sind:
- die fachliche Konkretisierung gesetzlicher Vorgaben aus UVPG, BauGB und Umweltfachgesetzen,
- die Verbesserung des interdisziplinären Verständnisses zwischen beteiligten Fachdisziplinen,
- die Entwicklung praxisnaher Hilfestellungen für Planungsbüros, Genehmigungsbehörden, Gesundheitsämter und weitere Akteure.
Ein wichtiges Ergebnis der AG-Arbeit ist die Veröffentlichung der „Leitlinien Schutzgut Menschliche Gesundheit – Für eine wirksame Gesundheitsfolgenabschätzung in Planungsprozessen und Zulassungsverfahren“, die 2014 erschienen und 2020 in einer zweiten Auflage fortgeschrieben wurden. Die Leitlinien stehen als PDF im Servicebereich der Website zur Verfügung und wurden bereits mehr als 7.000 Mal heruntergeladen.
Aktuell erarbeitet die AG weitere Merkblätter zu spezifischen Problembereichen, beginnend mit dem Merkblatt „Vorsorgeorientierte Berücksichtigung der Gesundheitsfolgen in Umweltprüfungen“. Weitere Merkblätter sind in Vorbereitung.
Mitwirkung
Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als offenes, interdisziplinäres Forum aus Wissenschaft und Praxis. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen oder zunächst unverbindlich Kontakt aufzunehmen – auch dann, wenn zunächst lediglich Interesse an den Themen besteht.
Leitung/Kontakt
Prof. Dr. Sabine Baumgart -
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