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UVP-report 2017

31 (2): 98-108

Schwerpunktbeitrag Focus article

25 Jahre Umweltverträglichkeitsprüfung an der Unterweser
25 Years of Environmental Impact Assessment at the Lower Weser River

Wolfgang Kumpfer

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DOI: 10.17442/uvp-report.031.11

Online veröffentlicht Published online: 10/10/2017

Zusammenfassung

Die Unterweser ist heute ein technisch ausgebauter Tidefluss. 1992 hatten der UVP-Förderverein und der Bremer Umweltsenator zu der Tagung „Umweltvorsorge für ein Fluss-Ökosystem“ eingeladen. Der weitere Ausbau der Außenweser für Schiffe mit einem Tiefgang von 10,70 m war gerade abgeschlossen. Mit der Entwicklung in der Containerschifffahrt, waren weitere Ausbaumaßnahmen zu erwarten. An die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für diese Planungen war die Erwartung an bessere Planungsentscheidungen im Sinne der Umweltvorsorge und auf ökologisch qualifizierte Entscheidungsgrundlagen geknüpft. Fast 25 Jahre später lohnt sich ein Rückblick, wie sich die Umweltprüfung tatsächlich auf die Planungen und Planungsentscheidungen an der Unterweser ausgewirkt hat. Die Unterweser steht dabei auch exemplarisch für Veränderungen von Planungsprozessen durch die UVP. Charakter und Schwerpunkt der Umweltprüfung haben sich in diesem Zeitraum gewandelt – beginnend mit einer Fokussierung auf Grundlagenermittlung, über eine Schwerpunktsetzung auf Eingriffsregelung und Kompensation, hin zu umfassender Projektoptimierung bezogen auf ein breites Wirkungsspektrum. Die UVP zielt heute auf umfassende Abwägung von Projektzielen und Umweltauswirkungen unter Beachtung der Maßnahmen von Optimierung, Vermeidung und Kompensation. In jüngster Zeit wird dieser gesamthafte Ansatz der UVP mit sektoralen Anforderungen des Europäischen Umweltrechts konfrontiert. FFH- und Wasserrahmenrichtlinie erfordern eigenständige Prüfungen zur Verträglichkeit. Verbotstatbestände des Umweltrechts treten in den Vordergrund und in Konkurrenz zu Projektoptimierung und Berücksichtigung der Umweltauswirkungen wie in § 12 UVPG in einer Gesamtabwägung.

Abstract

Today, the lower part of the River Weser is an engineered tidal reach. In 1992, a conference took place on “environmental precaution for a river ecosystem” which was organised by the UVPFörderverein and the Senator for the Environment of Bremen. At that time, river engineering
measures at the Weser estuary were just completed making the estuary navigable for ships with draughts of 10.70 m. Further river engineering measures were expected with the development of container ships. As regards EIA, there were expectations as to better planning decisions and environmental precaution. 25 years later, it is worthwhile looking back how EIA has actually affected planning decisions in general and at the Lower Weser in specific. During this period, character and emphasis of EIA have changed: from the focus on fundamental data collection over impact mitigation and compensation to comprehensive project optimisation taking into account a broad spectrum of environmental effects. Today, the aim of EIA is the comprehensive consideration of the project´s objectives and its environmental effects with focus on optimisation, avoidance and compensation. Recently, the all-embracing approach of EIA is confronted with sectoral demands made by European environmental provisions. The Habitats Directive and the Water Frameworks Directive both contain provisions for an environmental assessment. Environmental bans take precedence and compete with project optimisation and consideration of environmental effects.

Schlagworte

Bremen; Projekt-Umweltverträglichkeitsprüfung, Wasserbau; Oberflächengewässer, Schutz; Wasserwirtschaft; Geschichte; Umweltschutz, Geschichte

Keywords

Bremen; Environmental impact assessment; Water engineering; Protection of surface waters; History of water management; History of environmental protection