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Unternehmen müssen gegebenenfalls auch für Umweltschäden haften, die ihnen nicht direkt nachgewiesen werden können. Darauf weist die Presseagentur AFP hin. Es reicht aus, wenn der Schaden durch die Firma naheliegt, urteilte am Dienstag der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg, etwa wegen der räumlichen Nähe und der verwendeten umweltschädlichen Stoffe. (Az: C-378/08)

Eine Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, an der PricewaterhouseCoopers mitgewirkt hat, schätzt die wirtschaftlichen Schäden durch Umweltrisiken auf 2 bis 4,5 Billionen US-Dollar.

Mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen sich Großkonzerne bereits seit einiger Zeit. Dass die Zerstörung von ökologischen Lebensräumen und der Rückgang der Artenvielfalt bereits heute zu Ressourcenengpässen und Kostensteigerungen führt, findet langsam Beachtung in Unternehmen: 18 der 100 größten Unternehmen der Welt erwähnen den Schutz der Biodiversität und Ökosysteme in ihrem Geschäftsbericht. Zwei Firmen stufen Biodiversität bereits als wesentliches strategisches Ziel ein.

Die Risikowahrnehmung ist allerdings regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. So zeigten sich im "Global CEO Survey 2010" von PwC über 50 Prozent der befragten Vorstandsvorsitzenden lateinamerikanischer Unternehmen besorgt über den Schwund der Biodiversität, in Afrika identifizierten 45 Prozent der Befragten die negative Umweltentwicklung als Risiko für das Unternehmenswachstum. Demgegenüber ist das Thema in Westeuropa nur für knapp jeden fünften CEO wichtig, in Deutschland sogar nur für elf Prozent der Befragten.

Die Studie zeigt u. a. Wege auf, wie Unternehmen vom Erhalt der Biodiversität und den bestehenden Synergien zwischen Unternehmen (und deren Tätigkeiten), Biodiversität und sozialer Entwicklung profitieren können.

Die Meldungen zum Thema können >hier und >hier nachgelesen werden
Die Studie kann unter http://www.teebweb.org/ heruntergeladen werden.


Auf Einladung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP kamen über 250 Delegierte aus über 90 Staaten vom 7. bis 11. Juni eine Woche lang auf einer Konferenz in Busan/Südkorea zusammen. Von ihnen wurde die Einrichtung eines neuen internationalen Wissenschaftlergremiums für Biodiversität nach dem Vorbild des Weltklimarats IPCC beschlossen.

Gemeinsame Presseinformation von BfN und bdla zur Tagung zur Zukunft der Eingriffsregelung

Bonn, 05. März 2010: Am 1. März ist das neue Bundesnaturschutzgesetz in Kraft getreten, das eine Reihe von Änderungen auch zur naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung enthält: U.a. sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen rechtlich künftig gleich gestellt und erstmals werden Ersatzzahlungen sowie Regelungen zur Bevorratung von Kompensationsmaßnahmen (Flächenpools, Ökokonto) bundesweit in das Gesetz aufgenommen. Welche praktischen Konsequenzen sich aus den neuen rechtlichen Regelungen ergeben, wollen 250 Fachleute aus dem ganzen Bundesgebiet auf der Tagung „künftig kreativ kompensieren“ analysieren, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) im Wissenschaftszentrum Bonn durchführt.

Eine Analyse der Umweltverbände BUND und NABU zeigt Defizite in den Bundesländern bei der Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategie. In den meisten Bundesländern gebe es keine umfassende und ressortübergreifende Umsetzung der Nationalen Strategie zum Schutz der biologischen Vielfalt, bemängelten die Verbände.